#045 „Ich hab das im Griff"
Shownotes
„So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind." (Römer 8,1)
Darum geht's
• Der Satz, der jedes Nachfragen beendet • Was gemeint ist, auch wenn keiner es ausspricht • Warum Vorsätze zwei Wochen halten und dann kippen • Der Handwerker, der wischt und den Hahn nie zudreht • Heimlich kämpfen: Der Einzige, der Bescheid weiß, ist der, der gerade verliert • Römer 7: „Das Gute, das ich will, das tue ich nicht" – von Paulus • Er fragt nicht „Was muss ich trainieren?", sondern „Wer?" • Scham als Motor schickt uns ins Versteck – der älteste Reflex der Menschheit • Probezeit oder unbefristet: warum das im Alltag alles ändert • Jakobus 5,16 – der unbequemste Satz der Folge • Warum der Rückfall nicht das Ende ist
Diese Woche bei Kreuz & Klar
• Mittwoch: Radikale Umkehr (Apostelgeschichte 19) • Donnerstag: Denk jetzt nicht an einen weißen Bären (Epheser 4) • Freitag: Willenskraft ist wie Luft anhalten (Galater 5)
Bibelstellenübersicht
• Römer 7,15-25 • Römer 8,1 • Römer 8,15 • Jakobus 5,16 • Sprüche 24,16
Denk dran: Gott braucht keinen, der alles kann – er will einen, der ihn wirklich kennt.
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00:00:00: Ich habe das im Griff.
00:00:03: Diesen Satz sagen wir Männer erstaunlich oft und meistens sagen wir ihn genau dann, wenn das Gegenteil stimmt.
00:00:10: Darum geht es heute bei Kreuz und Klar.
00:00:21: Herzlich willkommen!
00:00:21: Ich bin John und begrüße euch zu Kreuz & Klar.
00:00:24: Ich hab' das im Griff.
00:00:26: Das ist der Satz mit dem bei uns Männern normalerweise ein Thema beendet wird.
00:00:31: Er klingt souverän, er klingt erwachsen Und vor allem sorgt er dafür dass keiner mehr nachfragt.
00:00:37: Genau dafür ist er gemacht.
00:00:39: Und wenn wir ehrlich sind, weiß jeder von uns ziemlich genau wovon wir da reden.
00:00:44: Bei dem eines Pornografie bei dem nächsten der Alkohol, der eben doch jeden Abend im Glas landet.
00:00:50: Bei den anderen sind es Stunden am Bildschirm beim Zocken oder beim Scrollen die man hinterher nirgends wiederfindet.
00:00:57: Es kann er je zu einem sein, der Zuhause rausbricht und den draußen keiner kennt.
00:01:01: Es kann Geld sein das für Dinge drauf geht, die man niemanden erklären möchte.
00:01:06: Überall das reden wir nicht.
00:01:08: Wir haben es ja im Griff und dann kommt vielleicht der Januar oder ein Tiefpunkt, oder ein Gespräch dass uns auffühlt.
00:01:17: Und wir fassen uns einen Vorsatz!
00:01:18: Wir nehmen uns fest vor ab jetzt nicht mehr und ehrlich gesagt funktioniert das oft sogar erstaunlich gut.
00:01:25: zwei Wochen drei Wochen manchmal ein paar Monate Und dann kommt ein Abend an dem alles zusammenkommt.
00:01:31: Stress im Job, Stress zu Hause, keiner da mit denen man reden kann und plötlich sind wir genau wieder da wo wir schon mal waren.
00:01:39: Die Frage die dann kommt ist immer dieselbe Warum reicht Disziplin nicht?
00:01:45: Ich glaube dafür gibt es zwei Gründe.
00:01:48: Der erste Disziplin arbeitet am Symptor.
00:01:51: stellt euch einen Handwerker vor, bei dem im Bahtas Wasser überläuft.
00:01:55: Er wischt und wischt – und er wischt richtig gut!
00:01:58: Mit Ausdauer und System.
00:02:00: nur dreht er dabei nie den Hahn zu.
00:02:02: so arbeitet reine Willenskraft.
00:02:04: sie beseitigt das was oben rausschwappt aber sie berührt nicht dass was unten weiter läuft und deshalb ist sie irgendwann erschöpft weil man einen laufenden Hahn eben nicht wegwaschen kann.
00:02:14: der zweite Grund ist unbequemer.
00:02:17: wir kämpfen heimlich Und das ist bei diesen Themen fast immer so, weil Scham dazu gehört.
00:02:22: Wir würden lieber uns über unser Gehalt reden als über das was wir letzte Nacht am Handy gemacht haben.
00:02:28: also kämpfen wir allein im Dunkeln ohne dass irgendjemand davon weiß.
00:02:33: und was niemand weiß kann auch niemand mittragen.
00:02:35: der einzige der Bescheid weiß es der gerade verliert.
00:02:39: Das Erstaunliche ist nun dass die Bibel dieses Thema überhaupt nicht als Randproblem von ein paar schwachen Leuten behandelt.
00:02:46: Im Römer Brief Kapitel sieben schreibt Paulus, der Apostel.
00:02:50: Der Missionar, der Mann, der halb Europa mit dem Evangelium erreicht hat folgende Sätze.
00:03:01: Denn was ich vollbringe?
00:03:03: Das erkenne ich nicht!
00:03:05: Der nicht tue Nicht-was-ich-will sondern Was sich hasse das übe ich aus und ein paar verse weiter denn dass gute was Ich will das tu' ich nicht sondern das böse Dass ich nicht will das übel ich aus.
00:03:23: Lest das noch mal.
00:03:24: Das ist keine Beichte eines Anfängers, dass es Paulus und er beschreibt exakt das was wir kennen.
00:03:30: Ich weiß was richtig ist ich will das Richtige und ich tue es trotzdem nicht.
00:03:35: Wenn das schon bei ihm so war dann ist der Kampf in dem ihr steckt kein Beweis dafür Dass mit euch grundsätzlich etwas nicht stimmt.
00:03:44: Am Ende des Kapitels wird Paulus dann richtig deutlich Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?
00:03:57: Er fragt nicht, was muss ich noch trainieren.
00:04:00: Er fragt wer und genau darin liegt der Unterschied zwischen einem Selbstoptimierungsprojekt und dem, was die Bibelerlösung
00:04:08: nennt.".
00:04:09: Die Antwort gibt er selbst im nächsten Halbsatz.
00:04:12: Ich danke Gott durch Jesus Christus unserem Herrn!
00:04:16: Und dann kommt der Pfers, der für diese Woche die Grundlage ist.
00:04:25: So gibt es jetzt keine Verdammness mehr für die, welche in Christus Jesus sind.
00:04:32: Warum ist das so entscheidend?
00:04:34: Weil die meisten von uns aus dem falschen Motor herauskämpfen!
00:04:39: Wir kämpfen aus Scham – wir versuchen unsere Gewohnheit loszuwerden damit wir uns endlich wieder ansehen können, damit Gott wieder mit uns zufrieden ist, damit wir nicht wie Betrüger fühlen wenn wir Sonntags in der Gemeinde sitzen.
00:04:53: und Scham ist ein miserabler Motor weil sie immer dasselbe bewirkt.
00:04:59: Sie schickt uns ins Versteck, das ist übrigens die älteste Reaktion der Menschheitsgeschichte.
00:05:05: Im Paradies direkt nach dem Sündenfall ist der erste Reflex der beiden nicht reue sondern sich verstecken.
00:05:12: und genau da setzt dieser Satz an keine Verdammnis mehr für die welche in Christus Jesus sind.
00:05:18: Keine!
00:05:19: Nicht weniger?
00:05:21: Nicht auf Bewährung sondern keine.
00:05:24: Ihr kämpft also nicht um angenommen zu werden.
00:05:27: Ihr seid angenommen und deshalb könnt ihr kämpfen.
00:05:32: Und das ist keine Wortklauberei, sondern macht im Alltag den ganzen Unterschied.
00:05:38: Stellt euch zwei Männer in derselben Firma vor.
00:05:40: Der eine ist in der Probezeit.
00:05:42: Jeder Fehler ist für ihn eine Bedrohung.
00:05:44: Also versteckt er seine Fehler so gut es geht.
00:05:47: Der andere hat einen unbefristeten Vertrag.
00:05:50: Er kann zum Chef gehen und sagen Hier ist mir was daneben gegangen Ich brauche Hilfe!
00:05:55: Er riskiert damit nicht seinen Platz Denn der steht ja längst fest.
00:06:00: Und genauso schreibt Paulus wenige Verse später unser Verhältnis zu Gott, Römer Achtfess Fünfzehn.
00:06:10: Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen das ihr euch wiederum fürchten müsstet sondern ihr habt den Geist des Sohnschaften Empfang in dem wir rufen Aber Vater keine Probezeit sondern Ihr seid Söhne und ein Sohn muss seine Baustellen nicht verstecken um dazu zu gehören.
00:06:30: Aus diesem Boden wächst dann auch der erste ganz praktische Schritt.
00:06:34: Jakobus schreibt in Kapitel fünf Vers sechzehn Bekennt einander die Übertretungen und betet füreinander, damit ihr Gehalt werdet Einander Nicht nur Gott im stillen Camerlein sondern einem Menschen gegenüber.
00:06:50: Und das ist wahrscheinlich der unbequemste Satz in dieser Folge Weil sich alles in uns dagegen wehrt.
00:06:56: Aber überleg mal Solange niemand davon weiß, seid ihr in diesem Kampf allein.
00:07:01: In dem Moment, in dem jemand Bescheid weiß ist da jemand der nachfragt, der für euch betet, der euch anruft wenn es eng wird... Ihr kämpft dann nicht mehr im Dunkeln sondern bei Licht und das ändert alles!
00:07:15: Das heißt nicht dass er das nächste Woche vor der gesamten Gemeinde ausbreiten sollt.
00:07:21: Es geht um einen Menschen Einen Bruder die mir vertraut der den Mund halten kann und der euch nicht fallen lässt.
00:07:28: Und noch etwas, damit hier keine falschen Erwartungen entstehen!
00:07:32: Der Rückfall ist nicht das Ende.
00:07:34: Das ist wichtig weil bei den meisten von uns genau an dieser Stelle alles zusammenbricht.
00:07:39: Wir fallen zurück und denken war ja klar.
00:07:43: Das bringt alles nichts und dann geben wir auf Nicht wegen des Rückfalls sondern wegen des Urteils dass wir uns danach selbst sprechen.
00:07:51: Dabei gibt es diesen Satz der John Wayne zugeschrieben wird Leben heißt einmal öfter aufzustehen, als man hinfällt.
00:07:58: Und die Bibel sagt das sogar noch nüchterner!
00:08:01: In den Sprüchen Kapitel Vierundzwanzig Vers Sechzehn steht Denn siebenmal fällt der Gerechte und steht wiederauf.
00:08:08: Nicht der Fehlerfreie ist hier der Gerechteste Sondern der, der wiederaufsteht.
00:08:14: Und Gott ist mit so einem noch lange nicht fertig.
00:08:17: In den Folgen dieser Woche gehen wir das dann Schritt für Schritt durch.
00:08:20: Es geht um Menschen, die einen radikalen Schritt gemacht haben und dafür richtig teuer bezahlt haben.
00:08:26: Es gibt um die Frage warum weglassen allein nicht reicht?
00:08:30: Und man eine Gewohnheit ersetzen muss statt sie nur zu streichen!
00:08:35: Zum Schluss darum was Paulus meint wenn er sagt dass wir im Geist wandeln sollen also warum eine echte Veränderung am Ende nichts aus unserer Kraft kommt.
00:08:45: Für heute nur das Eine Denkt an die Sache bei der ihr sagt Ich habe das in Griff und bei der ihr genau wisst, dass es nicht stimmt.
00:08:55: Und dann macht diese Woche einen einzigen Schritt!
00:08:58: Sucht euch ein Mann dem ihr vertraut und erzählt es ihm – nicht irgendwann sondern in den nächsten sieben Tagen.
00:09:05: Schreibt ihm heute Abend eine Nachricht und fragt wann er Zeit hat denn der Rest kommt danach.
00:09:11: aber dieser eine Schritt kommt zuerst.
00:09:15: Gottes Segen für eure Woche und bis zum nächsten Mal bei Kreuz und klar.
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