#043 Die Nacht, in der Paulus zitterte

Shownotes

„Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir." (Apostelgeschichte 18,9-10)

Darum geht's

  • Korinth: Geld, Macht und ein Ruf, aus dem ein eigenes Verb wurde
  • Paulus gibt selbst zu Protokoll: Furcht und starkes Zittern
  • Wie Gottes Zuspruch gebaut ist – und was direkt nach „Fürchte dich nicht" kommt
  • Nicht „du schaffst das", sondern „ich bin mit dir"
  • „Ich habe ein großes Volk in dieser Stadt" – in der Gegenwartsform
  • Wir sehen ein leeres Feld, er sieht die Ernte
  • Eineinhalb Jahre bleiben: Vertrauen landet im Kalender
  • Der Prozess vor Gallio – Zusagen sind keine Versicherungspolice
  • Angst disqualifiziert nicht: Paulus hat gezittert und trotzdem geredet

Bibelstellenübersicht

  • Apostelgeschichte 18,9-11
  • 1.Korinther 2,3

Denk dran: Gott braucht keinen, der alles kann – er will einen, der ihn wirklich kennt.

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00:00:00: Es gibt Nächte, in denen liegt man wach und rechnet sich aus was alles schiefgehen kann.

00:00:05: Von einer solchen Nacht erzählt die Bibel ziemlich genau unter von was Gott darauf antwortet.

00:00:10: Darum geht es heute bei Kreuz und Klar.

00:00:20: Herzlich willkommen zu Kreuz & Klar!

00:00:22: Korinth im Jahre einundfünfzig.

00:00:25: Die Stadt ist ein Knotenpunkt Handel Geldpolitik Menschen aus dem halben Reich Und sie hat einen so schlechten Ruf das man im griechischen schon ein eigenes Wort daraus gemacht hat.

00:00:35: Korintisieren Das stand für ein ziemlich verkommenes, verkorkstes Leben.

00:00:41: Über der Stadt thront er Tempel der Aphrodite.

00:00:43: in der Überlieferung nach arbeiten dort Tausend Tempelpriesterinnen und in diese Stadt kommt Paulus ohne Geld und ohne Rückendeckung.

00:00:52: Jetzt kommt etwas das man von Paulus so nicht erwartet.

00:00:56: wenn er später an genau dieser Gemeinde schreibt die dort entstanden ist blickt er auf diese Zeit zurück und sagt den Erster Korinther II, III mit Furcht und starkem Zittern.

00:01:09: Das ist derselbe Mann, der später von Schiffbrüchen Auspeitschungen und Gefängnissen berichten muss – und er schreibt «Ich hatte Angst».

00:01:18: Nicht ein bisschen Nervösität sondern furcht- und starkes Zitdern!

00:01:23: Falls ihr also denkt echte Glaubensmänner dürfen keine Angst haben?

00:01:26: Der bekannteste Missionar der Kirchengeschichte hat sich selbst zum Protokoll gegeben.

00:01:32: In dieser Situation mitten in der Nacht redet Gott mit ihm Apostelgeschichte achtzehn, Vers neun und zehn.

00:01:39: Fürchte dich nicht!

00:01:40: Sondern rede und schweige nicht!

00:01:42: Denn ich bin mit dir Und niemand soll sich unterstehen Dir zu Schaden, denn Ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.

00:01:50: Schaut euch mal an wie diese Satz aufgebaut ist.

00:01:52: Zuerst fürchte Dich Nicht Aber dabei bleibt es nicht, denn direkt danach kommt ein Auftrag.

00:01:58: Rede und Schweige Nicht.

00:02:00: Gott nimmt Paulus die Angst nicht indem er ihm irgendwie zur Ruhe legt sondern indem er ihn wieder in seinen Dienst einstellt.

00:02:08: Und dann folgt die Begründung, die entscheidend ist nicht du schaffst das schon sondern ich bin mit dir.

00:02:16: Das ist ein Unterschied den wir oft überhören.

00:02:18: Wenn wir uns selbst versuchen Mut zuzusprechen, dann klingt es meistens so wird's schon irgendwie gut gehen halb so wild Du kriegst es schon irgendwie hin.

00:02:29: Gott macht es umgekehrt Denn er sagt kein einziges Wort darüber dass die Lage nicht so schlimm sei.

00:02:36: bleibt Korinth ein echt hartes Pflaster.

00:02:40: Aber er sagt, ich bin da und dann kommt der Halbsatz an dem ich hengeblieben bin denn Ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.

00:02:49: Habe!

00:02:50: Gegenwart.

00:02:51: In dem Moment in dem Gott das sagt glaubt in Korinthe kaum irgendjemand.

00:02:56: Die Leute von denen er redet sitzen noch in ihren Häusern arbeiten im Hafen oder Opfern Im Aphrodite-Tempel Und sie haben von Jesus noch nie etwas gehört.

00:03:08: Trotzdem nennt Gott sie jetzt schon sein Volk, weil er weiß was daraus wird.

00:03:12: und genau deshalb soll Paulus reden!

00:03:15: Diese Menschen sollen ja von Jesus hören damit aus ihnen wird, was Gott in ihnen längst sieht.

00:03:21: Und genau hier liegt der Punkt für unsere Woche.

00:03:24: Wir starten auf die Zukunft und sehen dort den Erster Linie Risiken.

00:03:28: Wird der Job noch da sein?

00:03:30: Wie entwickeln sich die Kinder?

00:03:32: Was kommt politisch auf uns zu?

00:03:35: Gott dagegen schaut in dieselbe Zukunft und sieht Menschen, die längst ihm gehören.

00:03:39: Wir sehen ein leeres Feld – er sieht die Ernte!

00:03:43: Das ist kein Zweck-Optimismus sondern schlicht der bessere Überblick.

00:03:49: Was macht Paulus da aus?

00:03:51: Vers elf.

00:03:53: Er blieb aber ein Jahr und sechs Monate dort und lehrte unter ihnen das Wort Gottes.

00:03:59: Eineinhalb Jahre … Und als es für seine Verhältnisse eine halbe Ewigkeit weil er sonst meistens nach ein paar Wochen schon wieder weitergezogen ist.

00:04:07: Bei ihm bleibt das Vertrauen also nicht im Kopf stecken, sondern es landet ganz konkret im Kalender.

00:04:14: und damit das nicht voll schrieber kommt Ruhl hatte er trotzdem nicht.

00:04:19: nur einen Abschnitt später schleppen ihn seine Gegner vor den Stadthalter Gallio und klagen ihn an.

00:04:25: die Zusage niemand soll dir Schaden hieß also Nicht dass ihm nichts passiert Sondern dass nichts von dem was passiert ihn stoppen wird.

00:04:34: Der Prozess platzt, Galio weist die Klage ab und Paulus kann weitermachen.

00:04:40: Gottes Zusagen sind eben keine Versicherungspolis gegen Ärger sondern die Garantie dass der Ärger nicht das letzte Wort behält.

00:04:47: Was nehmen wir mit?

00:04:49: Erstens Angst disqualifiziert uns nicht!

00:04:54: Paulus hat gezittert und trotzdem gepredigt.

00:04:57: Wenn ihr also darauf wartet dass die Angst weg ist bevor er das Richtige tut dann können wir leider lange warten.

00:05:04: Gott hat Paulus nicht erst geheilt und dann geschickt, sondern er hat zu ihm gesagt ich bin dabei.

00:05:09: Und jetzt rede!

00:05:12: Zweitens achtet darauf was Gott gegen Angst einsetzt keine Prognose und keine Erfolgsgarantie Sondern seine Anwesenheit.

00:05:22: wenn wir in der Bibel fürchte dich nicht lesen steht fast immer derselbe Grund daneben Denn Ich Bin mit dir.

00:05:30: das ist die eigentliche Antwort auf Zukunftsangst nämlich nicht mehr Informationen übermorgen, sondern eine Person die heute schon da ist.

00:05:39: Und drittens geht es um das wovor Paulus in dieser Nacht Angst hatte.

00:05:43: Nämlich davon zu erzählen dass Jesus für uns gestorben und auferstanden ist.

00:05:47: Umission also!

00:05:49: Und zwar nicht als großes Programm mit Zelt- und Verstärkungsanlage, sondern erstmal ganz einfach so den Mund aufmachen wenn das Thema auf kommt.

00:05:57: Denn auch in unserer Stadt, in unserer Firma Und in unserer Nachbarschaft gibt es Menschen, die Gott längst im Blick hat und die noch nichts von ihm wissen.

00:06:06: Wir wissen nicht mal wer das so genau sein könnte!

00:06:10: Wenn Gott seinem verängstigten Missionar ausgerechnet mit Ich Bin Mit Dir den Mund geöffnet hat, dann gilt diese Zusage genauso für das Gespräch was wir morgen vielleicht in der Kaffeeküche führen können.

00:06:22: Damit sind wir wieder beim Thema dieser Woche.

00:06:25: Zukunftsangst macht uns eng und klein.

00:06:29: Wir sichern uns ab, ziehen uns zurück und sagen lieber nichts.

00:06:32: Und bloß nichts zu riskieren!

00:06:34: Vertrauen macht das Gegenteil.

00:06:37: Paulus ist nicht mutiger geworden sondern er hat eine Zusage bekommen.

00:06:41: Mit dieser Zusage im Rücken ist der geblieben statt zu fliehen – und er geredet statt zu schweigen.

00:06:46: Genau das ist der Unterschied zwischen Angst und Vertrauen.

00:06:49: Nicht dass die Lage plötzlich harmlos wäre, sondern dass jemand mit dem Raum ist, der schon weiß wie es ausgeht.

00:06:56: Gottes Segen und bis zum nächsten Mal bei Kreuz & Klar.

00:06:58: Untertitel von SWISS TXT.

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