#03 Jesus als Vorbild – stark und sanft
Shownotes
Jesus als Vorbild – stark und sanft
Wie sieht Stärke wirklich aus – und was hat mein Glaube mit den Momenten zu tun, in denen ich nicht weiß, wie ich reagieren soll?
Stärke zeigt sich im Standhalten
In Johannes 8 steht Jesus zwischen einem wütenden Mob und einer Frau, die gesteinigt werden soll. Er brüllt nicht. Er rastet nicht aus. Aber er verschwindet auch nicht.
Er richtet sich auf und sagt einen einzigen Satz:
„Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie." (Joh 8,7)
Klar. Fest. Bestimmt. Er ertappt die Pharisäer bei ihrer eigenen Heuchelei – und lässt die Frau dann sanft, aber klar gehen:
„Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!" (Joh 8,11)
Gefühl und Stärke schließen sich nicht aus
Am Grab des Lazarus weiß Jesus bereits, was er tun wird. Er könnte einfach das Wunder vollbringen. Stattdessen hält er inne:
„Jesus weinte." (Joh 11,35)
Derselbe Mann, der wenige Verse später einen Toten aus dem Grab ruft. Er lässt sich zuerst bewegen – und handelt dann mit Macht.
Das kulturelle Männerbild sagt: Funktioniere. Schluck's runter. Jesu Ansatz: „Freut euch mit den sich Freuenden, weint mit den Weinenden." (Röm 12,15)
Gefühle sind nicht das Problem. Die Frage ist, was wir daraus machen. Paulus bringt es auf den Punkt: „Zürnet, und sündigt dabei nicht!" (Eph 4,26)
Fazit
„Das christliche Verhältnis zwischen dem Starken und dem Schwachen ist, dass der Starke zu dem Schwachen aufsehen und niemals herunterschauen soll." – Dietrich Bonhoeffer
Biblische Männlichkeit ist kein Kompromiss. Kein Durchschnitt. Es ist beides – gleichzeitig und ungeschmälert.
Bibelstellen dieser Folge
- Johannes 8,7.11
- Johannes 11,33–35.43–44
- Römer 12,15
- Epheser 4,26
Transkript anzeigen
00:00:10: Stell dir mal folgende Situation vor.
00:00:12: Du bist auf der Arbeit, in der Kaffeküche und ein Kollege, der fängt an über einen anderen Herd zu ziehen.
00:00:18: Einer, der eh schon unten durch ist.
00:00:21: Erzählt Dinge von denen du weißt – so ganz stimmt es nicht!
00:00:26: Und die Anderen, die springen mit auf, lachen mit, setzen noch einem drauf... ...und du stehst da, Wut kommt in dir hoch….
00:00:33: …und du merkst?
00:00:34: Jetzt müsste ich eigentlich was sagen.
00:00:36: Aber
00:00:36: wie?!
00:00:37: Wenn du jetzt laut wirst dann begibst du dich selbst ins Unrecht.
00:00:41: Wenn Du schweigst und mit Deinem Kaffee verschwindest, machst du Dich zum Feigling!
00:00:46: Vielleicht kennst Du sowas auch – nicht in der Kaffeeküche sondern beim Familienessen im Vereinsheim in der WhatsApp-Gruppe.
00:00:53: Wir kennen das alle.
00:00:55: Und die Frage ist Was hat mein Glaube damit zu tun?
00:00:58: Gibt es einen besseren Weg mit solchen Situationen umzugehen?
00:01:04: Schauen wir uns mal an wie Jesus mit einer ähnlichen Situation umgeht.
00:01:08: In Johannes VIII finden wir die Geschichte von einer Frau, die beim Ebro erwischt wurde.
00:01:12: Die religiösen Anführer schleppen sie zu Jesus – Sie steht da vor allem gedämpelt dicht und ein ganzer Mob will sich steinigen!
00:01:22: Und was macht Jesus?
00:01:23: Er brüllt die Menge nicht an, er rastet nicht aus aber er verdrückt sich auch nicht oder liefert die Frau aus.
00:01:31: Er bückt sich und schreibt etwas in den Sand.
00:01:34: Wir wissen nicht so genau, was er geschrieben hat Aber dann richtet er sich auf und sagt einen Satz, der die Situation umdreht.
00:01:43: Wer von euch ohne Sünde ist, werfer als Erster ein Stein auf
00:01:46: sie.".
00:01:47: In Johannes acht für sieben Jesus steht da zwischen dem Mob und der Frau klar fest und bestimmt Ein starker Fels in der Brandung.
00:01:58: Er behält einen kühlen Kopf und stellt nur die richtige Frage Und er tappt die Pharisäa bei ihrer eigenen Heuchelei Einer nach dem anderen.
00:02:11: Erst dann wendet sich Jesus der Frau zu und fragt die Frau, Frau wo sind sie?
00:02:17: Hat niemand dich verurteilt!
00:02:19: Sie aber sprach niemand her.
00:02:22: Jesus aber spracht zu ihr.
00:02:23: auch ich verurteilte dich nicht.
00:02:25: Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr.
00:02:29: Sanft und doch klar lässt er sie gehen.
00:02:32: Spricht ihre Sünde sehr klar an.
00:02:35: Aber Jesus ist nicht nur der, der standhaft ist.
00:02:37: Er sagt der, wer mitfühlt Und das seh'n wir nirgends so gut wie am Grab von Lazarus.
00:02:44: In Johannis elf, erst dreieinhalb bis fünfunddreißig steht, als nun Jesus sie weinen sah und die Juden weinen, die mit ihr gekommen waren, erkrimpte er in Geist und wurde erschüttert und sprach, wo habt ihr ihn hingelegt?
00:02:57: Sie sagen zu ihm Herr komm und sie!
00:03:00: Und Jesus weinte.
00:03:02: Wenige Pferse später steht und als er dies gesehen hatte lief er mit lauter Stimme, Und der Verstorbene kam heraus.
00:03:11: Jesus weiß schon, was er gleich tun wird!
00:03:14: Er weiß das Lazarus in zwei Minuten aus dem Grab heraus spaziert.
00:03:18: Er hätte einfach reinmarschieren können und das Wunder vollbringen ohne sich der Trauer anzuschließen.
00:03:23: Schließlich gab es ja keinen Grund für ihn zu trauern – das hat er aber nicht.
00:03:28: Er bleibt stehen, er sieht die traurenden Menschen und er weint mit ihnen.
00:03:34: Der selbe Jesus, der weint, ruft danach den Toten aus dem Krab.
00:03:40: Unser Männerbild in der Kultur sagt uns, wir sollen funktionieren.
00:03:45: Keine Gefühle zeigen, es runterschlucken!
00:03:49: Jesu Ansatz ist ein bisschen anders.
00:03:51: Freut euch mit den ... sich freuen?
00:03:53: Weint mit den weinenden.
00:03:56: Er sieht zuerst die Menschen an und fühlt mit ihnen.
00:03:59: Er lässt sich bewegen.
00:04:01: Gefühlen sind nicht das Problem.
00:04:03: Sondern was will er ausmachen?
00:04:05: Paulus sagte im Professorbrief Zürnit und sündigt dabei Nicht Die Sonne.
00:04:10: gehe nicht unter über eurem Zorn.
00:04:13: Gefühle sind oft berechtigt, sogar Zorn.
00:04:16: Aber wir dürfen uns nicht von unseren Gefühlen steuern lassen, sondern wir steueren unsere Gefühlle!
00:04:21: Bibelische Männlichkeit ist kein Kompromiss zwischen stark und sanft.
00:04:25: Es ist keine Mischung, kein Durchschnitt – es ist beides gleichzeitig ungeschmeldert.
00:04:30: Hart wo Wahrheit gefragt ist Weich wo Menschen verletzt sind.
00:04:34: Bewegt ohne sich Steuern zu lassen.
00:04:37: Dietrich Bonn-Hilfer hat das mal so auf den Punkt gebracht.
00:04:40: Das christliche Verhältnis zwischen dem Starken und dem Schwachen ist, dass der Starke zu dem Schwachen aufsehen und niemals herunterschauen soll.
00:04:49: Genau das hat Jesus vorgelebt – vor dem Mob der Pharisäer und am Grab seines Freundes Lazarus!
00:04:55: Er, der Sterbste, hat sich zu den Schwachen erniedrigt um ihn zu dienen.
00:05:00: Und dazu fordert er uns auch.
00:05:03: Gottes Segen für Deine Woche und bis morgen bei Kreuz im Plan.
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