#11 „Die Gemeinde nervt mich“ – ehrlich über Frust

Shownotes

– Die Suche nach dem 100-%-Ort – und warum sie in die Einsamkeit führt – C.S. Lewis über Gemeinde-Hopping („Dienstanweisung an einen Unterteufel“) – Wenn Frust im Hintergrund fault: Rückzug und Entfremdung – 1. Thessalonicher 5: Von der Checkliste zum eigenen Verantwortungsbereich – Wohin mit dem Frust? „Kommt her zu mir…“ (Matthäus 11,28)

📖 Bibelstellen: 1. Thessalonicher 5,11–15 · Matthäus 11,28 📚 Erwähnt: C.S. Lewis, „Dienstanweisung an einen Unterteufel“ 🔜 Morgen: Wie du dich in deiner Gemeinde einbringen kannst

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Transkript anzeigen

00:00:10: Es war wohl noch nie eine Zeit so schnelllebig wie die heutige.

00:00:14: Trends im Bereich Klamotten, Musik oder Sprache wechseln innerhalb von Monaten.

00:00:19: Gleichzeitig ist die Bandbreite der individuellen Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen schier endlos.

00:00:27: uns wird irgendwie ein Bild suggeriert dass es irgendwo einen Ort geben muss indem wir perfekt und zu hundert Prozent hineinpassen.

00:00:36: Ein Freundeskreis vielleicht, der neben den gemeinsamen Hobbys auch noch die gleiche Musik hört, dieselben Filme oder selben Serien schaut und denen die gleichen Themen beschäftigen.

00:00:46: Die dann in tiefen Gesprächen diskutiert werden.

00:00:50: Viele Menschen treibt dieses Gefühl aber eher weg von wirklichen Beziehungen.

00:00:54: Kleinigkeiten werden zu gründen ganze Freundschaften zu beenden – und irgendwie bleibt am Schluss neuen Gefühl von Heimweh an einen Ort, den es vielleicht gar nicht gibt!

00:01:05: Das Tückische dabei?

00:01:06: Natürlich sind die anderen das Problem.

00:01:09: An

00:01:09: mir?!

00:01:10: Nein, daran kann es nicht liegen!

00:01:14: Auch wenn man vielleicht das Gefühl hat dass sich der Zeitgeist heute in dieser Hinsicht immer weiter zu verschlimmern scheint ist das Grundproblem schon sehr lange bekannt.

00:01:24: Der bekannte irische Schriftsteller Cus Lewis schreibt zurzeit des zweiten Weltkriegs in seinem Buch Dienstanweisung an einen Unterteufel über die Herausforderungen in der Nachfolge von Jesus.

00:01:36: Darin beschreibt er die Gefahr, sich auf die Suche nach einer Gemeinde zu machen welche die eigenen vermeintlichen Bedürfnisse in allen Belangen stillen muss.

00:01:47: Das Ergebnis ist dass man sich nie verbindlich eine Gemeinde anschließt Malest man hier und malest man eben woanders.

00:01:56: Klar Es ist angenehm, als Gast ohne Verpflichtungen oder Aufgaben irgendwo willkommen zu sein.

00:02:03: Man kann die Gespräche auf einer oberflächlichen Ebene belassen und sich selber bestmöglich präsentieren.

00:02:10: Sich wirklich in eine Gemeinde zu investieren, ist dagegen viel schwieriger.

00:02:14: Verantwortung tragen es anstrengend – und erfordert Disziplin.

00:02:19: Zudem ist man mit den unterschiedlichsten Charakteren und Eigenarten konfrontiert.

00:02:23: Eine perfekte Fassade kann man auch nicht aufrechterhalten!

00:02:26: weil jeder einen kennt.

00:02:29: Meistens macht dieses andauernde unverbindliche Wechseln von unterschiedlichen Gottesdiensten nicht, dass wir uns sicherer werden in unserer Entscheidung wo wir dauerhaft reinwachsen möchten – im Gegenteil!

00:02:41: Wir fangen stattdessen an Dinge zu sammeln die uns an den einzelnen Gemeinden nerven.

00:02:47: Wir werden dünnhäutiger in dem was wir bereit sind zu ertragen oder auszuhalten und verschließen uns eigentlich so vor der Möglichkeit feste Wurzeln zu schlagen.

00:02:58: Aber auch als Teil einer Gemeinde ist man davon nicht automatisch befreit.

00:03:02: Kleine Konflikte, nervige Aufgaben oder Personen mit denen man einfach nicht kann sind Dinge die jahrelangen Hintergrund unbemerkt vor sich hin faulen können.

00:03:15: Man fängt an sich zurückzuziehen, lässt Kontakte abbrechen und entfremdet sich immer mehr.

00:03:21: In erster Thessalonicher V spricht die Bibel genau in diese Situation wenn sie eine Gemeinde beschreibt wie Gott sie sich wünscht.

00:03:29: Darum ermahnt einander und erbaut einer den anderen, wie ihr es auch tut.

00:03:35: Wir bitten euch aber Ihr Brüder, dass ihr diejenigen anerkennt, die an Euch arbeiten und Euch im Herrn vorstehen und Euch zurechtweisen – und das ihr sie umso mehr in Liebe achtet, um Ihres Werkes willen!

00:03:47: Lebt im Frieden miteinander!

00:03:50: Wir ermahnen Euch aber, Brüde!

00:03:52: Verwandt die Unordnlichen?

00:03:54: Tröße die

00:03:54: Kleinmütigen?!

00:03:56: Nehmt Euch den Schwachen an!

00:03:58: Seid langmütig gegen jedermann.

00:04:01: Seht darauf, dass niemand Böses mit Bösung vergilt sondern trachtet alle Zeiten nach dem Guten sowohl untereinander als auch gegenüber jedermannen.

00:04:11: Das wäre sie doch oder?

00:04:13: Die Traumgemeinde nach der wir suchen.

00:04:17: Aber beim Lesen dieser Verse sind wir nicht aufgefordert eine Liste in unserem Kopf zu erstellen mit Punkten die unsere Gemeinde gefälligst abhaken muss.

00:04:25: Wir sind stattdessen aufgeforderd hier daraus Verantwortungsbereiche für uns ganz persönlich zu formulieren Wie wir daran arbeiten können, dass diese ganz unperfekte Gemeinde in der wir nun mal teil sind sich dahin entwickelt wie es in den Fersen beschrieben wird.

00:04:41: Das macht uns auf einmal vom Außenstehenden mit Checkliste zum aktiven Mitarbeiter der alles geben möchte.

00:04:48: Wenn wir das verstehen kann für uns Gemeinde von einem unverbindlichen Treffpunkt zu einer wirklichen Familie werden.

00:04:54: und ja auch Familie nervt Mal!

00:04:58: Aber für die Verbindung, die man miteinander hat, lohnt es sich zu kämpfen.

00:05:02: Eine tiefe Familienbeziehung zueinander macht, dass wir Kritik anders verstehen können – das der Anderes wert ist angehört zu werden und dass man wirklich einander vergibt!

00:05:13: Jetzt stellt sich die Frage für uns, wohin also mit unserem Frust?

00:05:19: Wenn Jesus in Matthäus elf vers achtundzwanzig sagt «Kommt her zu mir», allen die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken… dann meint er damit auch die konflikte und nervigen Situationen, die uns im gemeinen Leben begleiten.

00:05:34: Das ist das Geniale!

00:05:35: Jesus kennt die Schwierigkeiten – Er will aber nicht dass wir die Flinte ins Korn werfen sondern fest verwurzelt in ihm die Konflikte angehen.

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